Am 22. September 2026 kamen auf Einladung von AvS Advisors 18 Gremienmitglieder und -vorsitzende in Genf zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Ist unser Corporate-Governance-System noch zeitgemäß in einer Welt, die sich täglich verändert?
Im Austausch ging es unter anderem darum, wie stark gute Governance von der Inhaberstruktur und dem Zweck eines Unternehmens abhängt. Governance lässt sich nicht losgelöst davon betrachten. Ein börsennotiertes Unternehmen mit breit gestreutem Aktionariat, ein familiengeführtes Unternehmen und ein Private-Equity-finanziertes Unternehmen können formal ähnlich aufgestellte Gremien haben. Das Verhältnis zwischen Inhabern, Gremium und Management kann sich jedoch deutlich unterscheiden. Ein Thema war der Takt, in dem Gremien arbeiten. Vier, sechs oder zehn formale Sitzungen im Jahr treffen heute auf ein Umfeld, das von geopolitischen Veränderungen, KI, Cyberrisiken und sich schnell verändernden Märkten geprägt ist. Teilnehmer berichteten deshalb von einem regelmäßigeren Austausch zwischen den Sitzungen, fokussierten Arbeitsgruppen und einem schnelleren Zugang zum Gremium, wenn die Situation es erfordert.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Qualität der Informationen, die einem Gremium zur Verfügung stehen. Umfangreiche Board-Unterlagen führen nicht automatisch zu besseren Entscheidungen. Wichtig ist vielmehr, dass die Informationen den Blick auf die für künftige Entscheidungen relevanten Themen lenken. Auch externe Perspektiven können helfen, Entwicklungen außerhalb des unmittelbaren Blickfelds des Managements besser einzuordnen. Diskutiert wurde außerdem, wie nah Gremien am operativen Geschäft sein sollten. Ein gutes Verständnis der operativen Zusammenhänge hilft dabei, das Management fundiert zu hinterfragen. Gleichzeitig bleibt die Abgrenzung zwischen Aufsicht und operativer Verantwortung wichtig. Vertrauen zwischen Vorsitz, CEO und Gremium spielt dabei eine zentrale Rolle.
Auch die Zusammensetzung eines Gremiums muss sich mit dem Umfeld des Unternehmens weiterentwickeln. Nicht jedes Mitglied muss Spezialist für jedes neue Themenfeld sein. Es braucht jedoch genügend Verständnis, um relevante Auswirkungen zu erkennen, die richtigen Fragen zu stellen und einschätzen zu können, wann zusätzliche Expertise erforderlich ist.
Die vollständige Zusammenfassung des Roundtables finden Sie in unserem aktuellen Client Alert:




