What Boards Do Next untersucht, wie Board Directors der FTSE-350-Unternehmen ihre Zeit einsetzen – und welche Themen sie vernachlässigen – auf Basis veröffentlichter Ergebnisse aus Board Reviews sowie Corporate-Governance-Berichten.
Die zentrale Erkenntnis ist deutlich: Während Vorstände einen starken Fokus auf strategische Aufsicht zeigen, berichten viele in anderen Kernaufgaben zu wenig – insbesondere bei Risikosteuerung, ESG und Nachhaltigkeit sowie der Zusammensetzung des Gremiums. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass britische Boards zwar compliance-stark, aber uneinheitlich vorbereitet sind auf eine Phase anhaltender geopolitischer, technologischer und makroökonomischer Umbrüche.
Der Report unterscheidet klar zwischen Corporate Boards und Investment-Trust-Boards und trägt damit ihren unterschiedlichen Governance-Modellen Rechnung. Investment-Trust-Boards, die häufig ohne operatives Executive Management arbeiten, schneiden bei Führungseffektivität und Gremienzusammensetzung stark ab, liegen jedoch bei ESG sowie strategischer Aufsicht unter dem erwartbaren Niveau.
Neben der quantitativen Auswertung enthält der Bericht zudem Erkenntnisse aus mehr als 25 Interviews mit Board Chairs, Non-Executive Directors und Company Secretaries sowie aus drei vertraulichen Roundtables, die Ende 2025 stattgefunden haben.
Kernergebnisse
Strategische Aufsicht dominiert
80 % der FTSE-Boards nennen strategische Aufsicht als den zentralen Schwerpunkt ihrer Board Reviews.
Risikosteuerung bleibt ein blinder Fleck
Nur 27 % der Corporate Boards beziehen sich in ihren Board-Review-Ergebnissen auf Risikomanagement; damit liegt das Thema auf Platz 9 von 10.
ESG wird zurückgestuft
ESG & Nachhaltigkeit taucht in nur 21 % der Board Reviews von Corporate Boards auf – und in lediglich 4 % der Board Reviews von Investment Trusts.
Auseinandersetzung mit globalen Themen ist nur teilweise vorhanden
Nur 60 % der Corporate Boards und 50 % der Investment-Trust-Boards greifen mindestens ein globales Thema auf.
Klima dominiert die Berichterstattung – aber nicht zwingend die Aufmerksamkeit
Klima & Umwelt erscheint in 53 % der Corporate-Governance-Berichte. Das deutet auf eine offenlegungsgetriebene Berichterstattung hin – nicht unbedingt auf eine Priorisierung auf Board-Ebene.
Autoren

London
Frederik Otto

München | Bogotá
Dr. Christian Bühring-Uhle
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